GESCHICHTE

Um 1250 entstand im Zuge der großen deutschen Bauerneinwanderung unser Ort. Auf der Suche nach einer neuen Heimat ließen sich in diesen Jahren Heerscharen von Sachsen, Flamen, Thüringern und Franken in den Breiten um Dresden nieder. Solche Siedler gründeten dann auch unser Hinterhermsdorf.

Der Ort entstand als sogenanntes WALDHUFENDORF. Das waren Ortschaften, bei denen sich an die Gehöfte das zugehörige Ackerland und Wald unmittelbar anschlossen

1445 wird der Ort erstmals urkundlich erwähnt - als Hermannstorff, um 1468 heißt es dann schon Hinderhermanstorf. Nach langer Zugehörigkeit zum Königreich Böhmen gelangt das Dorf bzw. die Hintere Sächsische Schweiz Mitte des 15. Jahrhunderts in Sächsischen Besitz.

Nach dem dreißigjahrigen Krieg wurde um 1688 der Bau einer eigenen Kirche in Angriff genommen. Aus einer 1689 erbauten Kapelle entstand im Verlauf mehrerer Umbauten eine einfache Saalkirche mit Rundbogenfenstern. Ihren Namen bekam die Hinterhermsdorfer Engelkirche von dem um 1700 über dem Alter aufgehängten, hölzernen Taufengel.

Etwa 1667 wurde ein Vorgängerbau der jetzigen Oberen Schleuse errichtet. Aber schon vorher waren hölzerne Schleusen zum Holz-Flößen errichtet worden. Das Wasser der Kirnitzsch wurde angestaut und an bestimmten Tagen abgelassen. Mit der ablaufenden Flutwelle konnten die Flößer Ihre Baumstämme talwärts transportieren. Die Anlagen der Niederen Schleuse werden schon um 1586 erwähnt. Am 25. Mai 1879 wurde auf dem Stausee der Oberen Schleuse erstmals Kahn gefahren. 700 Meter bzw. 20 Bootsminuten lang ist der angestaute See.

Soweit mein spärliches Wissen über die Hinterhermsdorfer Geschichte. Sollte jemand an mehr Informationen interessiert sein - Der Heimatverein Hinterhermsdorf ist in dieser Beziehung wohl aussagefähiger: www.heimatverein-hinterhermsdorf.de

Den ganz Ungeduldigen sei ein Besuch in Hinterhermsdorf empfohlen. Verschiedene Schautafeln geben an markanten Punkten im Ort Auskunft über Werdegang, Flurnamen, Geologie und Besonderheiten unserer Region. Und ganz nebenbei kann die herrliche Landschaft der Sächsischen Schweiz genossen werden...

Seit September 2001 ist nun auch der vom Heimatverein Hinterhersmdorf e.V. initiierte und erstellte „Heimatkundliche Dorflehrpfad” fertig. Auf 30 Tafeln wird Wissenswertes über die Geschichte des Ortes uns seiner Bewohner vermittelt. Dieser Rundgang dauert gut 2,5 Stunden und führt durch alle Teile des Ortes. Die Starttafel befindet sich in der Ortsmitte zwischen dem Haus des Gastes und dem Erbgericht.
Hinterhermsdorf konnte ebenfalls im September 2001 einen weiteren Erfolg für sich verbuchen. Im Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden - unser Dorf hat Zukunft” haben wir uns eine GOLDMEDAILLE erarbeitet. Am 17. Januar 2002 wurden die jeweiligen Orte - auf der GRÜNEN WOCHE in Berlin - öffentlich mit dem Edelmetall ausgezeichnet. Etwa 5.200 Orte hatten sich zum Wettberwerb angemeldet, von denen es 41 in die Endrunde schafften und mit einer Medaille geehrt wurden.. 19 Gold-, 11 Silber- und 11 Bronzeplaketten wurden vergeben.